Hilft Musik uns schneller zu laufen?

Hilft Musik schneller zu laufen?

Inhaltsübersicht

Hilft Musik uns schneller zu laufen? Ein Blick auf die wissenschaftliche Forschung

Für viele gehörte Musik zum Sport, egal ob im Fitnessstudio, auf der Laufstrecke oder auf dem Fahrrad. Doch wirkt sich Musik positiv auf unsere Leistungsfähigkeit aus? – Ich habe mir einige wissenschaftliche Forschungen dazu angesehen.

Die meisten Leute benutzen die Musik wahrscheinlich nur zur Ablenkung, vor allem, wenn sie keinen besonderen Spaß am Training haben. Aber auch bei Wettkämpfen auf hohem Niveau sieht man oft Spitzensportler, die vor dem Wettkampf Musik hören.

Die Idee, dass Musik die Leistung steigern kann, ist ein relativ neues Thema in der Sportphysiologie und -psychologie und wurde daher meist nur von weniger bekannten Autoren und Fachzeitschriften behandelt. Nichtsdestotrotz gibt es eine beträchtliche Menge an Arbeiten, die sich mit der Wirkung von Musik (und verschiedenen Arten von Musik) auf die sportliche Leistung befasst haben.

 

Was sagt die Forschung?

Schon im Jahr 2003 untersuchten Atkinson, Wilson und Eubank, wie sechzehn körperlich aktive Probanden reagierten, wenn sie während eines simulierten 10-km-Radfahrrennens auf einem stationären Fahrrad schnelle elektronische Tanzmusik hörten.

Zuerst wurde als Kontrolle ein Versuch ohne Musik durchgeführt.

Das Ergebnis zeigte, dass die Probanden beim Hören der schnellen Musik (142 Beats pro Minute) signifikant schneller über die Gesamtdistanz fuhren, aber interessanterweise kam der Unterschied hauptsächlich auf den ersten paar Kilometern und auf den letzten Kilometern. In den Kilometern 5 km bis 9 km waren die Zeiten fast identisch.

Die Fahrer nahmen auch wahr, dass sie während des Zeitfahrens etwas härter fuhren, während sie Musik hörten.

 

Wie wichtig sind Tempo und Lautstärke?

Es gibt viele Faktoren zu berücksichtigen, wenn es darum geht, wie Musik die Leistung beeinflusst, was es für Wissenschaftler schwierig macht, einzelne Studien direkt zu vergleichen.

Musik kann schnell, langsam, laut, leise oder irgendwo dazwischen sein. Um die Verwirrung etwas zu klären, wurde von der Universität Plymouth in Großbritannien 2006 eine Studie über die Auswirkungen von Musiktempo und Lautstärke verfasst.

Unter Verwendung von zwei Variablen, dem Musiktempo und der Musiklautstärke, wurden 30 körperlich aktive Teilnehmer in fünf Bedingungen getestet:

  • laut/schnell
  • laut/langsam
  • leise/schnell
  • leise/langsam
  • keine Musik

Die Teilnehmer liefen in einem selbstgewählten Tempo für 10 Minuten auf einem Laufband.

Die Ergebnisse zeigten, dass sowohl die Lautstärke, als auch das Tempo die Geschwindigkeiten und Herzfrequenzen der Teilnehmer auf vorhersehbare Weise erhöhten.

Lautere und schnellere Musik führte dazu, dass die Probanden ein schnelleres Tempo auf dem Laufband wählten als langsamere und leisere Musik.

 

Ist  die Musik einfach ein Motivationsboost?

Bislang deutet alles darauf hin, dass die leistungssteigernde Wirkung von Musik eine Folge der erhöhten Motivation ist. Es sollte jeden erfahrenen Läufer nicht überraschen, dass Motivation eine große Rolle bei der Leistung spielt: Es ist viel einfacher, eine Viertelmeile zu wiederholen, wenn es sonnig ist und man eine Gruppe von Trainingspartnern hat, als wenn es regnerisch, kalt und windig ist und man alleine ist.

Dies wurde von der Louisiana Tech University in einem Artikel aus dem Jahr 2010 hervorgehoben.

Die Vorteile von schneller Musik wurden in mehreren Studien nachgewiesen, die jedoch alle einen ähnlichen Aufbau hatten: relativ unerfahrene Probanden, die alleine in einem Labor trainierten, entweder auf einem Laufband oder einem stationären Fahrrad.

 

Hilft Musik dabei während eines Rennens oder im Training schneller zu laufen?

Vorläufige Arbeiten, die untrainierte und trainierte Probanden vergleichen, haben herausgefunden, dass Musik einen geringeren Effekt auf trainierte Probanden hat, daraus lässt sich schließen, dass die Wirkung von Musik in einem echten Wettkampf mit erfahrenen Sportlern kaum eine Rolle spielen würde.

Trotzdem kann es die persönliche Leistung steigern, wenn die Musik motivierend wirkt. Außerdem empfinden einige Menschen Training ohne Musik als langweilig, was dazu führt, dass Trainingseinheiten ausgelassen oder früher beendet werden.

 

Musik beim Aufwärmen

Eine Studie fand heraus, dass das Hören von High-Tempo-Musik während einer 10-minütigen Aufwärmphase eine bessere Leistung bei hochintensiven Übungen ermöglicht, selbst wenn während der eigentlichen Testphase keine Musik gespielt wird.

Obwohl Sie also mit energiegeladener Musik in die richtige Stimmung für ein hartes Training oder ein Rennen versetzt werden können, sollten Sie bedenken, dass das Hören von lauter Musik außerhalb von Fitnessstudios ein Sicherheitsrisiko darstellen kann. Wenn das der Fall ist, können Sie Ihre Musik beim Aufwärmen und vor dem Start Ihres Trainings oder Rennens hören.

Denken Sie auch daran, dass es eine Menge Probleme mit diesen Studien gibt: Keine hat echte Athleten verwendet, und die Definition von „energiereicher Musik“ ist ziemlich schwierig.

 

Fazit

Es ist klar, dass die meisten bisherigen Untersuchungen die Vorteile von Musik mit ihrer Wirkung auf Motivation und Stimmung in Verbindung gebracht haben.

Denken Sie auch daran, dass es eine Menge Probleme mit diesen Studien gibt: Keine hat echte Athleten verwendet, und die Definition von „energiereicher Musik“ ist ziemlich schwierig.

Darüber hinaus ist auch die grundlegendere Forschung über die Auswirkungen verschiedener Musiktypen und -tempi auf die „echte“ Laufleistung (d.h. mit echten Läufern und möglicherweise echten Wettkämpfen) noch nicht abgeschlossen.

 

 

Die richtigen Kopfhörer zum Laufen finden

Richtig Joggen lernen

 

Share on pinterest
Pinterest
Share on email
Email
Share on print
Drucken
Share on whatsapp
WhatsApp
Giersch Nährwerte
Giersch Nährwerte

Giersch (Gichtkraut) Giersch hat sehr gute Nährwerte, es ist eine Pflanze, die in Deutschland sehr häufig vorkommt. Im Allgemeinen ist Giersch als Unkraut bekannt, die

Weiterlesen »