Auswirkungen von Smartphones auf das Gehirn

Auswirkungen von Smartphones auf das Gehirn

Inhaltsübersicht

Was sind die Auswirkungen von Smartphones auf das Gehirn?

Angesichts der weiten Verbreitung von Smartphones in der heutigen Zeit ist dies eine Frage, die für Mediziner, Psychologen, Pädagogen, Eltern und alle, die regelmäßig ein Smartphone benutzen, von Interesse ist.

 

Wenn Sie einen Tag ohne Ihr Smartphone auszukommen müssen, glauben Sie, dass Sie das problemlos schaffen würden? – Unsere Handys sind ein untrennbarer Teil unseres Lebens geworden. Aber wie wirkt sich diese Abhängigkeit von Smartphones auf unser Gehirn aus?

 

Experten vermuten, dass sich die ständige Nutzung des Smartphones auf die soziale und emotionale Entwicklung von Kindern auswirken kann, dass sie unseren Schlafrhythmus beeinträchtigen kann und dass sie manche Menschen sogar Denkfaul macht. Studien haben sogar gezeigt, dass sich die Struktur des Gehirns verändern kann.

 

Kognitive Fähigkeiten

Neuere Forschungen deuten darauf hin, dass die Smartphone-Nutzung tatsächlich Auswirkungen auf das Gehirn hat, auch wenn die Langzeiteffekte noch nicht absehbar sind.

In einer Studie fanden Forscher heraus, dass junge Menschen mit einer sogenannten Internet- und Smartphone-Sucht im Vergleich zu einer Kontrollgruppe tatsächlich Ungleichgewichte in der Gehirnchemie aufwiesen.

Eine andere Studie fand heraus, dass die kognitiven Fähigkeiten signifikant reduziert sind, sobald ein Smartphone in Reichweite ist, auch wenn das Telefon ausgeschaltet ist.

 

Sozial-emotionale Fähigkeiten

Forscher der Boston University School of Medicine haben die verfügbare Literatur zur Smartphone- und iPad-Nutzung bei sehr jungen Kindern genauer unter die Lupe genommen.

Die Verwendung solcher Geräte zur Unterhaltung oder Beruhigung von Kindern könnte sich nachteilig auf ihre soziale und emotionale Entwicklung auswirken, da diese nicht ihre eigenen internen Mechanismen der Selbstregulierung zu entwickeln können.

Besonders problematisch wird der Einsatz von mobilen Geräten, wenn diese die handlungsorientierten Aktivitäten (zum Beispiel analoges spielen) ersetzen, die zur Entwicklung visuell-motorischer und sensomotorischer Fähigkeiten beitragen.

Sie stellen infrage, ob die übermäßige Nutzung von Smartphones und Tablets die Entwicklung von sozialen und problemlösenden Fähigkeiten beeinträchtigen könnte, die besser beim unstrukturierten Spielen mit Interaktion mit Gleichaltrigen erworben werden.

 

Schlechter Schlaf

Die Nutzung eines Smartphones oder Tablets unmittelbar vor dem Schlafengehen könnte den Schlaf beeinträchtigen. Der Grund dafür ist nicht, dass Sie lange aufbleiben, stattdessen, so warnen einige Schlafexperten, ist es die Art von Licht, die vom Bildschirm Ihres mobilen Geräts ausgestrahlt wird, die Ihren Schlafzyklus durcheinanderbringen könnte.

In einer Studie, die in den Proceeding of the National Academy of Sciences veröffentlicht wurde, wurden ein Dutzend erwachsene Teilnehmer gebeten, jeden Abend vor dem Schlafengehen entweder vier Stunden lang auf einem iPad zu lesen oder Bücher bei gedämpftem Licht zu lesen. Nach fünf aufeinanderfolgenden Nächten tauschten die beiden Gruppen.

Das Ergebnis war, dass diejenigen, die vor dem Schlafengehen auf einem iPad gelesen hatten, einen geringeren Melatoninspiegel aufwiesen, ein Hormon, das im Laufe des Abends ansteigt und Schläfrigkeit hervorruft. Außerdem brauchten diese Teilnehmer mehr Zeit, um einzuschlafen, und sie erlebten weniger REM-Schlaf während der Nacht.

Der Grund ist blaues Licht, das von den meisten mobilen Geräten ausgestrahlt wird. Die Zellen auf der Rückseite der Augen enthalten ein lichtempfindliches Protein, das bestimmte Wellenlängen des Lichts aufnimmt. Diese lichtempfindlichen Zellen senden dann Signale an die “Uhr” des Gehirns, die den zirkadianen Rhythmus des Körpers reguliert.

Blaues Licht erreicht am Morgen seinen Höhepunkt und signalisiert dem Körper, dass er für den Tag wach sein muss. Rotes Licht nimmt am Abend zu und signalisiert, dass es Zeit ist, zur Ruhe zu kommen und ins Bett zu gehen. Durch die Unterbrechung dieses natürlichen Zyklus mit dem blauen Licht, das von mobilen Geräten ausgestrahlt wird, werden die normalen Schlaf-Wach-Zyklen aus dem Gleichgewicht gebracht.

 

Geistige Faulheit

Einige Experten gehen davon aus, dass die übermäßige Abhängigkeit von mobilen Geräten für alle Antworten zu geistiger Faulheit führen kann. Tatsächlich hat eine aktuelle Studie herausgefunden, dass es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen dem Verlassen auf ein Smartphone und geistiger Faulheit gibt.5

Das Problem sei, dass wenn man sich zu sehr auf das Internet verlässt, man nicht wissen könne, ob man die richtige Antwort hat, wenn man nicht auf analytische oder logische Weise darüber nachdenke, so die Autoren. Ob Smartphones die Intelligenz verringern sei jedoch noch ungeklärt.

 

Verändert sich die Hirnstruktur?

Forscher der Universität Heidelberg haben herausgefunden, dass “Smartphone-Sucht” mit einer geringeren Menge an grauer Substanz in bestimmten Teilen des Gehirns verbunden ist, einschließlich der Insula und dem temporalen Kortex. Menschen mit dysfunktionaler Smartphone-Nutzung zeigten auch eine reduzierte Aktivität im anterioren cingulären Kortex, einer Region, die an einer Vielzahl von Verhaltensweisen und kognitiven Prozessen beteiligt ist.

Die Insula ist eine kleine Region, die sich tief im Gehirn befindet und mit Selbstwahrnehmung, Interozeption, Schmerzverarbeitung und Sucht in Verbindung gebracht wird, während der temporale Kortex mit auditiver Sprache und Sprachverständnis in Verbindung gebracht wird.

Für die Studie führte das Team MRT-Gehirnscans an 22 Personen mit “Smartphone-Sucht” und 26 Personen ohne diese Erkrankung durch. Alle Teilnehmer wurden mit der 2015 entwickelten Smartphone Addiction Scale bewertet. Sie waren außerdem alle Rechtshänder, zwischen 18 und 30 Jahre alt und hatten keine Vorgeschichte von neurologischen Erkrankungen, schweren medizinischen Zuständen oder aktuellen psychischen Störungen. Die Gehirnscans suchten speziell nach Unterschieden im Volumen der grauen Substanz bei Personen mit “Smartphone-Sucht” und solchen ohne.

 

Es ist jedoch unklar, ob es sich dabei um eine Ursache oder eine Korrelation handelt. So ist es entweder möglich, dass die Veränderungen im Gehirn durch die Smartphone-Nutzung der Teilnehmer entstanden sind oder dass die unterschiedlichen Volumina der grauen Substanz sie für eine starke Smartphone-Nutzung prädisponiert haben.

Die Studienautoren weisen auch darauf hin, dass sie “die Möglichkeit anderer psychischer Erkrankungen, die einen Einfluss auf ihre Ergebnisse haben könnten, nicht vollständig ausschließen können”.

 

So oder so gibt es immer mehr Beweise dafür, dass Smartphones und soziale Medien zweifellos Auswirkungen auf unser Verhalten und unsere Gehirne haben.

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